Mexiko, vor etwa funfhundert Jahren. Neuankommlinge beginnen Mittelamerika in Besitz zu nehmen. Neuankommlinge, die sich selbst »Kastilier« nennen, die angestammten Bewohner »Indios«, und deren Land die »Neue Welt«. Mit ihrem Gott bringen die Europaer noch etwas mit: ihre Holle. – Pest, Sklaverei und die Gewalt der Konquistadoren raffen die Bevolkerung dahin, und ihre Welt mit ihnen. Was aber tut ein Mensch, dessen Volk samt seiner Seele vernichtet wird? Der brillante »Indio Juan« antwortet mit radikalem Widerstand der Ideen und wird damit selbst dem spanischen Vizekonig gefahrlich. Ein ausgedienter Soldner, auch er Juan genannt, wird von »Seiner Majestat« angeheuert, um den Indio gleichen Namens zu finden. Eine Menschenjagd beginnt, die uns nicht nur quer durch Mexiko, sondern auch durch dessen lange und blutige Geschichte bis in unsere Gegenwart fuhrt. Juan Gomez Barcenas funf Jahrhunderte umfassender Roman muss als Mythos der Moderne gelesen werden, der uns das Grauen lehrt, auf dem sie fußt, als der Sturm, der vom Paradies her weht und Trummer auf Trummer hauft. »Auch die Toten« zeichnet die Kolonialgeschichte von den Anfangen bis heute nach, es deckt die Herkunft des modernen Menschen auf und warnt davor, dass dessen zerstorerische Kraft auf ihn selbst zuruckfallt.